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Die Ringelgänse auf Sylt, vor ihrem Weiterflug in den Norden

Auf Sylt gibt es sehr viele Naturschutzgebiete. Viele Zugvögel sind im Mai-Juni auf der Durchreise. Einen Tag zuvor hatten wir hier vor allem die vielen Ringelgänse beobachtet. Allerdings hatte ich nur mein 70-200mm Nikkor Teleobjektiv* dabei, da wir mit dem Fahrrad unterwegs waren. Aber für dieses Tele-Objektiv waren die Gänse einfach viel zu weit entfernt.

So beobachteten wir gestern die vielen Zugvögel voller Faszination, aber die fotografischen Highlights blieben aufgrund der Entfernung einfach völlig aus.

drei Ringelgänse im Flug in der Bucht beim Ellenbogen
drei Ringelgänse beim Flugstart in der Bucht beim Ellenbogen – f/5.6 | ISO 100 | 1/4000 Sek | -⅓ LW | 500mm – Kamera: NIKON D750 + Objektiv: AF-S NIKKOR 200–500 mm 1:5,6E ED VR © www.ManjaCarlsson.com – All rights reserved.

Früh morgens um 8Uhr am Wattenmeer und keine Ringelgänse

So fuhren wir am frühen Morgen gegen 7.30h mit dem Auto nach List. Diesmal bepackt mit schwerer Fotoausrüstung ging es dann zu Fuß auf dem Deich entlang, zu der Stelle wo gestern die Ringelgänse waren. Im großen Foto-Rucksack* waren neben der Nikon D750 Kamera* dann jetzt nicht nur das 70-200mm Nikkor Tele-Objektiv*, auch noch das 2,3kg schwere 200-500mm Nikkor Super-Tele-Objektiv* dabei. Für das große 200-500 Tele-Objektiv* habe ich mir extra einen größeren Foto-Rucksack* gekauft, damit ich es bei solchen Wanderungen nicht im extra Köcher* tragen muss. Dazu schleppte ich dann auch noch das Stativ* und eine Decke mit.

Nur Graugänse versteckt zwischen den Dünengräsern

Graugänse mit Nachwuchs auf der Wiese auf Sylt
Graugänse mit Nachwuchs auf der Wiese auf Sylt – f/8.0 | ISO 360 | 1/500 Sek | – ⅓ LW | 500mm – Kamera: NIKON D750 + Objektiv: AF-S NIKKOR 200–500 mm 1:5,6E ED VR © www.ManjaCarlsson.com – All rights reserved.

Es war ja noch recht früh und wir waren total alleine hier am Deich. Perfekt für ungestörte Wildlife-Aufnahmen. Dachte ich zumindest. Doch zu unserem Erstaunen war hier auch keine einzige Ringelgans zu sehen. Nur die Graugänse mit Nachwuchs in der Ferne waren zu sehen. „Och, nö!? Wo sind denn die Ringelgänse alle hin?“ Sind sie etwa schon weiter geflogen? Bitte, das kann doch nicht sein!

Ringelgänse – auf einmal kamen sie lautlos angeflogen

Ringelgänse auf Sylt in der Bucht beim Ellenbogen
Ringelgänse auf Sylt in der Bucht beim Ellenbogen – f/5.6 | ISO 320 | 1/2000 Sek | -⅓ LW | 500mm – Kamera: NIKON D750 + Objektiv: AF-S NIKKOR 200–500 mm 1:5,6E ED VR © www.ManjaCarlsson.com – All rights reserved.

Aus der Verzweiflung heraus drehte ich mich schon leicht empört um. Und da! Da! Da waren die vielen Ringelgänse auf einmal zu sehen. Sie kamen ungewohnt leise angeflogen. Oder lag es an der Windrichtung?
Übrigens: Einige Tage später entdeckten wir, dass die Ringelgänse (wohl alle zusammen als große Familie) auf dem Ellenbogen übernachten. Aha!

Als wir bei den Ringelgänsen ankamen

Also gingen wir wieder zurück und dabei sahen wir, dass immer mehr Ringelgänse in kleinen Grüppchen angeflogen kamen. Zum Glück, denn ich hatte schon die Befürchtung, dass die Gänse dann einfach weiterfliegen. Ich hatte ja keine Ahnung, wie Scheu sie sind und verjagen wollen wir die Gänse ja auch nicht.

Ringelgänse im Flug in der Bucht beim Ellenbogen
Ringelgänse im Flug in der Bucht beim Ellenbogen – f/5.6 | ISO 320 | 1/2000 Sek | -⅓ LW | 500mm – Kamera: NIKON D750 + Objektiv: AF-S NIKKOR 200–500 mm 1:5,6E ED VR © www.ManjaCarlsson.com – All rights reserved.

Leute! Es war ein pures Naturerlebnis. Es war einfach schön anzusehen, wie immer mehr ankamen. Sie machten es sich im Watt nahe dem Ufer gemütlich und schnatterten so vor sich hin. Wir beobachteten die Ringelgänse voller Faszination und bauten nebenbei unsere Stative* auf. Dann machte ich es mir auf dem Boden oben auf dem Deich gemütlich.

Immer mehr Ringelgänse kamen angeflogen. Es machte den Eindruck, dass sie stets in Grüppchen von einem Platz zum nächsten Platz fliegen. Manche haben sich schon zu Pärchen zusammengefunden, andere schienen noch auf der Suche zu sein. Was natürlich auch zu kleinen Auseinandersetzungen untereinander führte. Man muss den Damen ja schon imponieren können. Und nur der Stärkere hat eine Chance.

Es war einfach traumhaft schön, dieses Treiben der Ringelgänse so zu beobachten.

Ringelgänse beim Flugstart in der Bucht beim Ellenbogen
Ringelgänse beim Flugstart in der Bucht beim Ellenbogen – f/5.6 | ISO 320 | 1/2000 Sek | -⅓ LW | 500mm – Kamera: NIKON D750 + Objektiv: AF-S NIKKOR 200–500 mm 1:5,6E ED VR © www.ManjaCarlsson.com – All rights reserved.

Das Stativ* ist eine perfekte Stütze bei schnellen Verfolgungen
So saß ich auf dem Boden und beobachtete die Ringelgänse durch das 200-500 mm Nikkor Super-Teleobjektiv*. Es ist wahrhaftig wie durch das Fernglas zu sehen. Unglaublich, wie „nah“ man dadurch den Ringelgänsen kam. Aber klar, es hätte natürlich noch dichter sein können!!! Aber zu einem ist dort Naturschutzgebiet, zum anderen wären sie dann mit aller größter Wahrscheinlichkeit eh wieder weggeflogen. Das wollen wir natürlich auf keinen Fall.

Ringelgänse im Flug in der Bucht beim Ellenbogen – f/5.6 | ISO 320 | 1/2500 Sek | -⅓ LW | 500mm – Kamera: NIKON D750 + Objektiv: AF-S NIKKOR 200–500 mm 1:5,6E ED VR © www.ManjaCarlsson.com – All rights reserved.

Die Nikon D750 Kamera* ist dabei aber NICHT fest auf dem Kugelkopf fixiert, sondern der dient nur als Stütze. Somit sind schnelle Verfolgungen mit der Nikon D750 Kamera* und dem schweren 2,3kg Super-Tele-Objektiv* beim Flug der Ringelgänse problemlos und ohne Anstrengung möglich. Es ist schon eher ein Problem, wenn man sich selbst nicht weiter herumdrehen kann.

Mit der Beobachtungs-Zeit erkannten wir immer besser das Verhalten der Ringelgänse. Bei bestimmten Ruflauten, wussten wir, dass gleich die nächste Gruppe weiter Richtung List ziehen wird. Und so mussten wir nur noch rausfinden, „wo“ es gleich losgehen wird. Also, welcher Trupp gleich starten wird.

Der letzte kleine Trupp Ringelgänse

Ja, der ist immer noch da und der wollte noch nicht den Anderen hinterherfliegen. Sie gingen dann erst einmal zur Wiese und knabberten dort das Gras. Das war super. Denn das war noch ein Stückchen dichter dran. Nach den ersten gemachten Aufnahmen näherten wir uns ganz langsam, in dem wir ihnen oben auf dem Deich entgegengingen.

Ringelgans beim Starten (1)
Ringelgans beim Starten – f/5.6 | ISO 320 | 1/1250 Sek | -⅓ LW | 500mm – Kamera: NIKON D750 + Objektiv: AF-S NIKKOR 200–500 mm 1:5,6E ED VR © www.ManjaCarlsson.com – All rights reserved.

Das war jetzt eine schöne akzeptable Distanz zum Fotografieren. Währenddessen kamen wieder viele neue kleinere und größere Gruppen an Ringelgänsen angeflogen. Zwischendrin waren dann noch auch andere Vogelarten dabei. Und von denen zogen dann manche auch irgendwann weiter.

Ringelgans beim Starten (2)
Ringelgans beim Starten – f/5.6 | ISO 320 | 1/1250 Sek | -⅓ LW | 500mm – Kamera: NIKON D750 + Objektiv: AF-S NIKKOR 200–500 mm 1:5,6E ED VR © www.ManjaCarlsson.com – All rights reserved.

Doch dann kam auch im letzten Trupp auf der Wiese Bewegung auf. Mit ihren Ruflauten wurde zum Weiterflug animiert. Diesen Start so fotografieren zu können, war schon echt ein fotografisches Highlight für uns.

Ringelgans beim Starten (3)
Ringelgans beim Starten – f/5.6 | ISO 320 | 1/1250 Sek | -⅓ LW | 500mm – Kamera: NIKON D750 + Objektiv: AF-S NIKKOR 200–500 mm 1:5,6E ED VR © www.ManjaCarlsson.com – All rights reserved.

Mit der Nikon D750 Kamera* auf dem Stativ*, verfolgte ich den Start der Ringelgänse. Die Wiese als Hintergrund wirkt schön erfrischend. So langsam kam ich auch in Übung bei der Flug-Verfolgung der Ringelgänse mit dem 200-500 m Tele-Objektiv. Die genaueren Foto-Einstellungen findest Du etwas weiter unten.

zwei Ringelgänse beim Starten
zwei Ringelgänse beim Starten – f/5.6 | ISO 320 | 1/1250 Sek | -⅓ LW | 500mm – Kamera: NIKON D750 + Objektiv: AF-S NIKKOR 200–500 mm 1:5,6E ED VR © www.ManjaCarlsson.com – All rights reserved.

Das brachte voll Laune. Denn diese Starts und Landungen der Ringelgänse waren fotografisch noch viel interessanter.

Aber dafür natürlich auch noch schwieriger. Und irgendwann war dann auch die letzte Gans von diesem letzten „nahen“ Trupp weitergezogen und diese Wiese wieder leer.

Dafür waren im Watt schon die nächsten Ringelgänse angekommen, welche natürlich exakt dasselbe Verhalten aufzeigten. Aber diese Entfernung war nun zu uninteressant geworden. Und außerdem hatten wir damit auch schon genügend Aufnahmen gemacht.

Aber wir waren nun schon bestimmt 2 Stunden hier. Der Popo war platt, die Knie taten schon etwas weh vom auf dem Boden herumkrabbeln. Na ja und die Haare waren vom Winde schon völlig zerzaust. Das war totaler Körpereinsatz bei der Vogelfotografie. Nun musste nur noch die gesamte Foto-Ausrüstung zurück zum Auto geschleppt werden. Und dann hieß es: Auf zum Frühstück…

Fotoeinstellungen bei den Ringelgänsen

Nach einigem Ausprobieren kam ich dann zu folgenden Einstellungen:

Ich habe die Offen-Blende von f/5.6 gewählt (mehr geht bei diesem Objektiv nicht). Den Autofokus auf AF-C S (AF C=kontinuierlich, S=Einzelfeld) gewählt und im A-Modus fotografiert. Dabei habe ich die ISO so hoch gewählt, dass die Verschlusszeit mindestens 1/1250 Sekunde ist. Aber teilweise war auch das immer noch zu lang für die Flug-Geschwindigkeit der Gänse und benötigte noch kürzere Verschlusszeiten von 1/2500 Sekunde und teilweise noch kürzer.

Somit hatte ich aber zumindest eine gute Chance, besonders die Startpositionen vernünftig fotografieren zu können. Mit anderen Worten, ich konnte somit die Bewegungen der Flugpositionen recht gut einfrieren. Natürlich sind nicht alle Aufnahmen scharf abgelichtet worden. Und das sind sicher noch nicht die wirklich perfekten Einstellungen.

Verschlusszeit beim Starten der Ringelgänse in Flugposition

Denn, sobald die Ringelgänse am Starten waren, hatten sie gleich eine enorme Geschwindigkeit drauf. Die waren echt beeindruckend schnell und das Mitziehen der Nikon D750 Kamera* mit einer Brennweite von 500mm mit dem Super-Tele-Objektiv* waren eine wahre Herausforderung.

Aber zum Glück waren ja genug Gänse da und somit hatten wir auch genug Zeit zum Ausprobieren. Mit der Zeit haben wir uns dann an die Geschwindigkeit anpassen können und hatten totalen Spaß dabei die Ringelgänse im Flug verfolgend zu fotografieren.

Sie flogen dann in unsere Richtung weiter. Dabei stellte ich auch fest, dass die Verschlusszeit wirklich kurz sein muss, damit die Gänse nicht verschwommen aufgenommen werden. Aber auch, dass der Autofokus auf kontinuierlich AF-C stehen muss. Die Zeit zwischen Fokussieren und Auslösen der Aufnahme ist kürzer (als im Single-Modus). Aber auch hier gab es viele Aufnahmen, die gleich in den Papierkorb kamen. Doch das gehört einfach dazu. Um so größer ist dann auch die Begeisterung, wenn scharfe Aufnahmen dabei sind.

Ein Nachteil bei langen Brennweiten

Ein Nachteil bei langen Brennweiten gibt’s allerdings doch. Denn wenn die Ringelgänse dann doch dichter herangeflogen kamen, wurden sie für die kürzere Distanz einfach zu groß. Ich hätte ich das 200-500 mm Tele-Objektiv* eindrehen müssen, um die Brennweite zu reduzieren. Doch dafür geht dann aber alles einfach viel zu schnell. Auch weiß man vorher nicht, wie genau die Flugrichtung ist.

Fazit des Tages bei der Fotografie der Ringelgänse

Die gemachten Erfahrungen an diesem Morgen sind schon echt beeindruckend. So ganz bin ich immer noch nicht mit den Einstellungen zufrieden. Und wir wollen jetzt endlich frühstücken und dabei kann ich mir Gedanken machen, wie es noch besser geht. 😛

Meine Foto-Tasche

In meiner Foto-Tasche hatte ich dabei

In meinen Foto-Rucksack ist ständig dabei

Ich habe immer noch mindestens eine weitere Speicherkarte mit. Warum? Ich höre so oft den Satz von meinen Fotobegleitern: „Mist, ich habe meine SD-Karte vergessen. Die steckt noch im PC.“ Und wenn Du dann eine Speicherkarte hervorzauberst, dann ist der Tag gerettet. 😉 Kaum zu glauben, aber wirklich war. 😉

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