Wozu die Belichtungszeit?

Der Sensor der Kamera braucht eine bestimmte Menge an Licht für eine korrekt belichtete Fotoaufnahme. Je nach Kameraeinstellungen kann ich mit der Belichtungszeit spielen, sie verändern. Manchmal brauchen wir eine kurze Zeit um das zu fotografierende Objekt einfrieren zu wollen. Manchmal wollen wir mehr Zeit haben, trotz der selben Portion Licht, um schöne Verwischungseffekt mit Filtern aufnehmen zu können. Die Belichtungszeit kann ich variieren (verkürzen oder Strecken) durch bestimmte Einstellungen oder Filter OHNE dabei die errechnete Portion an Licht zu verändern.

Viele vergleichen die Belichtungszeit mit dem Öffnen einer Tür ins Dunkle oder Helle. Andere sehen den Sensor als Vampir. Ich habe mir eine andere Eselbrücke gebaut – mit dem Wasserbeutel als Lichtbeutel. Dieses Wasser ist zur Veranschaulichung das Licht und das Loch was du gedanklich gleich reinpiekst ist die Blendenöffnung.

Stelle dir vor du hast einen Beutel voll mit Wasser. Piekst du nur vorsichtig in den Beutel rein. (vergleichbar mit einer kleinen Blendenöffnung, große Zahl) dauert es lange bis er ausgelaufen ist. Machst du allerding ein großes Loch rein (vergleichbar mit einer großen Blendenöffnung, kleine Zahl), ist er recht zügig ausgelaufen und damit hat das Licht nur eine kurze bis sehr kurze Zeit gebraucht um auf den Sensor zu gelangen. Es geht darum, die gleiche Menge an Licht in verschiedenen Zeiten durchzulassen – verkürzt oder verlängert.

Was ist die Belichtungszeit?

Die Belichtungszeit ist die Zeit, die das Licht mit den vorgebenenen Einstellungen der Kamera braucht, um den Sensor optimal zu belichten.

Verändere ich die Einstellungen an der Kamera verkürze oder verlängere ich automatisch die Belichtungszeit. Denn die errechnete Portion an Licht bleibt immer die selbe. Es ist nur die Frage, wieviel Zeit der Kamera-Sensor mit den aktuellen Kamera-Einstellungen braucht um diese „gemessene“ Portion Licht durchzulassen.

Das klingt logisch, ist aber noch nicht alles was wissenswert ist. Denn die Licht-Messung erfolgt unter bestimmten Vorraussetzungen.

Die Frage ist, wie kommt diese Zeit zustande und was beeinflusst sie?

Die errechnete Belichtungszeit wird gemessen:

  1. durch das Licht aus der Umgebung und
  2. deinen Einstellungen an der Kamera.

Um die Belichtungszeit genau errechnen zu können, misst die Kamera das vorhandene „Lichtangebot“ aus der Umgebung mittels der Belichtungsmessung (Spot-, Mittenbetonte oder Matrix bzw. Mehrfeld Messung). Dazu kommen die aktuellen Einstellungen an der Kamera. Die wichtigsten sind die Blendenzahl und die ISO-Zahl, die für die Berechnung der Belichtungszeit mit verantwortlich sind. Auch die Wahl des Objektives und seiner Lichtstärke sind mit Grundvoraussetzung, ob eine gewisse kurze Belichtungszeit unter bestimmten Lichtverhältnissen überhaupt möglich ist.

Mit diesen Werten misst die Kamera nun wie lange sie den Sensor geöffnet halten muss, um genügend Licht auf den Sensor zu lassen.

Die Belichtungsmessung – ISO,Blende & Belichtungszeit

Das Belichtungsdreieck – ändert man eine Einstellung, dann ändern sich die anderen zwei automatisch mit.

Das Umgebungslicht kann kaum bis gar nicht verändert werden. Ein Blitz kann manchmal hilfreich sein, häufig aber auch das Bild zerstören. Zum anderen ist Fotorgrafieren mit Blitzlicht in der Nacht zum Beispiel gar nicht möglich. Die perfekte Blitzlicht-Fotografie ist etwas für Fortgeschrittene.

Die Blende und die ISO können schon verändert werden.

Allerdings kommt da gleich die Frage auf: Möchte ich überhauptdie Blende verändern??? Schließlich kann die Blende(nzahl) für die Bildwirkung von sehr großer Bedeutung sein. Lege ich Wert auf ein schönes Bokeh, möchte ich mehr Schärfentiefe oder schöne Lichtersterne in der Nacht, dann bin ich in der Blendenwahl eingeschränkt.

Dann bleibt da noch die ISO-Zahl. Ja sie kann gut helfen, aber die ISO hat auch ihren Haken. Hohe ISO-Zahlen führen zum unerwünschten Bildrauschen und das Foto erscheint sehr pixelig, was einem seltens gefällt. Die hochwertigeren Kameras haben den Vorteil einen qualitativ besseren Sensor vorweisen zu können und lassen damit dem Fotografen einen größeren Spielraum zu. Ich bevorzuge trotzdem den Sport die ISO-Zahl so niedrig wie möglich zu halten.  Ganz klar mit ISO-Werten um die 100 bekommt man die schönsten Fotos in den Kasten.

Nun kommt das fotografische-kreative Denken.

  1. Was will ich mit dem Foto bezwecken?
  2. Welche Verschlusszeit brauche ich für was?
  3. Wie lange kann ich mit dem Bildstabilisator scharfe Aufnahmen erreichen?

Mit der Verschlusszeit (Belichtungszeit) kann ich verschiedene Wirkungen einfangen. Will ich das Geschehen im Foto einfrieren oder verwischen lassen? Möchte ich die Laterenlichter in der Nacht in Sterne verwandeln? Eine kurze Verschlusszeit ist wichtig um Dinge „einzufrieren“. Beim Kerzenschein sich bewegende Personen scharf einzufangen geht nur mit einer kurzen Belichtungszeit. Dafür benötige ich ein „lichtstarkes“ Objektiv und eine sehr hohe ISO-Zahl. Eine lange Verschlusszeit ist notwendig um zum Beispiel „Wischeffekte“ mit verschiedenen Filtern zu fotografieren oder wenn einfach nicht genug Licht vorhanden ist, wie zum Beispiel bei Nachtaufnahmen.

Hat das Objektiv einen Bildstabilisator kann ich immer noch mit längeren Belichtungszeiten aus der Hand fotografieren und bekomme trotzdem noch scharfe Fotos in den Kasten. Aber irgendwann ist trotz starrer Körperhaltung die Grenze der Belichtungszeit für Freihand-Aufnahmen erreicht und dann hilft nur noch das Stativ. Beim Stativ muss allerdings der Bildstabilisator ausgestellt werden, sonst gibt es unscharfe Fotos.

 

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