Wir waren für 3 Nächte in Barcelona

Das Wetter war echt bescheiden, aber wir haben uns davon nicht beirren lassen. Es sind nicht viele, aber dennoch einige gelungene Aufnahmen geworden. Die Nächte eignen sich viel besser als der Tag zum Fotografieren, da weniger Leute unterwegs sind und die Lichter der Stadt einfangen zu können ist sowieso das Schönste in der Nachtfotografie. Hier ist unsere Ausbeute…

Die Rambla Catalunya am Abend

Die Wolken zogen sich an diesem Abend immer weiter zu und der Wind verstärkte sich auch noch. Das war kein gutes Zeichen. Die ersten Schauer machten sich auch schon bemerkbar. Das war gemein. Als wir die Rambla Catalunya in Barcelona überquerten und den Blick auf den höchsten Berg von Barcelona hatten, blieb ich spontan stehen. Von hier war der „Temple Expiatori del Sagrat Cor“ winzig klein zu sehen, aber hell erleuchtet. Die Straßen waren voll von Menschen, so versuchten wir mit Langzeitbelichtung die Straßen etwas menschenleerer zu bekommen, was uns auch gelang. Anschließend gingen wir weiter zum Passeig de Gràcia zu DEN Sehenswürdigkeiten von Barcelona.

Blick durch die Rambla Catalunya in Barcelona (f/16, ISO 100, 49 Sek, 14mm) – Kamera: NIKON D750, Objektiv: AF-S NIKKOR 14-24mm 1:2.8G ED

„La Pedrera“ Casa Mila und Casa Batllò in Barcelona – meine schönsten Motive

Ich hatte das „La  Pedrera“ Casa Milà  und das „Casa Batlló“ auf meinem Plan. Ich wollte sie gerne als Nachtaufnahme fotografieren, da ich sie tagsüber bei früheren Barcelona-Besuchen schon ziemlich todfotografiert hatte. Die abendliche Beleuchtung ist der Hit, das Wetter war aber unfair. Ständige Regenschauer erschwerten es uns, einen trockenen Standort zwischen der Menschenmenge zu finden.

„La Pedrera“ Casa Mila in Barcelona (f/16, ISO 100, 10 Sek, 21mm) – Kamera: NIKON D750, Objektiv: AF-S NIKKOR 14-24mm 1:2.8G ED, Stativ

Hier angekommen hatten wir die stark befahrene Kreuzung als Hinderniss und damit nicht genug, es mussten auch noch gleich zwei große Busse sein, die uns durchs Bild fuhren und diese Lichtstreifen verursachten. Ich machte noch zwei weitere Versuche, aber der Regen ließ mir keine weitere Möglichkeit auf „bessere“ Fotos. So gingen wir über die Kreuzung und versuchten es von dort, aber die Regentropfen legten sich auf das Objektiv und verursachten unschöne Flecken. Einen Regenschirm? Ja, hätte ich mal einen dabei gehabt. Dann hätte es wahrscheinlich auch nicht geregnet. 😛

Casa Batllo in Barcelona mit Straße (f/16, ISO 100, 10 Sek, 24mm) – Kamera: NIKON D750, Objektiv: AF-S NIKKOR 14-24mm 1:2.8G ED, Stativ

Also ging es im leichten Regen weiter zu meinem absoluten Favoriten, dem Casa Batllò. Dieses farbenfrohe, buntverspielte Haus ist ein echter Hingucker. Der Regen zwang uns, einen Platz zu finden, wo wir die Linse trocken halten konnten, denn eine leichte Neigung nach oben ließ sich nicht vermeiden. Hier waren wir so ziemlich im Trockenen unterm Baum. Ich wartete bis alle Autos standen, um unschöne Lichtspuren zu vermeiden. Naja, hat ja auch fast geklappt bis auf das Motorrad. Die Fußgänger gingen permanent recht dicht an uns links und rechts vorbei, was schon etwas hinderlich war.

Casa Batllo in Barcelona (f/20, ISO 100, 10 Sek, 52mm) – Kamera: NIKON D750, Objektiv: AF-S NIKKOR 24-120mm 1:4G ED VR, Stativ

Dann wechselte ich schnell noch das Objektiv. Denn mit dem Allrounder 24-120mm komme ich näher ran und nahm das Casa Battlò nochmal weiter reingezoomt auf. So sind die verspielten Details und Farben noch besser zu sehen. Als dieses Bild im Kasten war, brach der Regen nun endgültig über uns ein und hörte auch nicht mehr auf. So verstauten wir schnell unsere Kameras in den regenfesten Rucksäcken.

Nächtliches Hafen-Feeling an der Moll de la Barceloneta

Ich liebe das Hafenfeeling. Es gibt mir das Gefühl von Freiheit. Heute Abend waren wir wieder deswegen wieder im Hafen von Barcelona unterwegs. Es ist echt nicht einfach, den Hafen fotografisch einzufangen. Ich finde, der Hafen ist total überladen. So viele Segelboote und Jachten auf einem Haufen – echt unglaublich. Was aber störend war, überall Zäune die die direkte Sicht versperren und da wo man gut sehen kann, stehen die Müllcontainer vom Hafen. Na super… Aber Aufgeben zählt nicht, also gingen wir auf erschwerte Motivsuche und haben diese hier gefunden.

National-Hafen von Barcelona mit Blick auf die Stadt (f/16, ISO 100, 30 Sek, 24mm) – Kamera: NIKON D750, Objektiv: AF-S NIKKOR 14-24mm 1:2.8G ED

Ein Lichtermeer von Laternen im Hafen und an der Promenade zusammen mit den sich leicht bewegenden Segelbooten im Wasser waren schon ein Hingucker. Dazu dann noch die „Estàtua de Colom“ die 60 Meter hohe Kolumbus-Säule im Hintergrund. Diese riesigen vier Jachten lassen jedes große Segelboot winzig klein erscheinen. Das musste doch irgendwie einzufangen sein und so kam dieses Bild zu stande.

Darsena Nacional de Barcelona – National Hafen von Barcelona (f/22, ISO 100, 20 Sek, 14mm) – Kamera: NIKON D750, Objektiv: AF-S NIKKOR 14-24mm 1:2.8G ED, Stativ

Das wirklich Gute an diesen Riesenjachten ist, das sie recht ruhig im Wasser liegen. Wir hatten sie uns schon tagsüber angesehen. Diese Größe machte mich wirklich sprachlos… Danach ging es zurück durch das Gótic Viertel zur Katedrale von Barcelona, wo tagsüber durch die Menge an Touristen irgendwie gar nix zu sehen ist.

Die Katedrale von Barcelona

Und es war ein Traum. Kaum Leute dort und durch die Langzeitbelichtung kann ich die Weinigen auch noch verschwinden lassen. Aber ganz so einfach war es dann doch nicht. Als wir ankamen und ich am Aufbauen des Statives und der Nikon D750 Kamera war, hörte ich das kleine Straßenreinigungsauto und ich ahnte schon, wenn ich fertig bin… Genau, dann erscheint es aus der Seitenstraße und war direkt vor der Katerdrale und drehte dort seine Runden. Ich wartete geduldig und schaute mir in der Zeit den schönen, klaren Nachthimmel mit seinen Sternen an. Kaum zu glauben, dass morgen wieder alles voller Wolken sein soll…

Catedral de Barcelona unterm Sternenhimmel (f/11, ISO 100, 30 Sek, 14mm) – Kamera: NIKON D750, Objektiv: AF-S NIKKOR 14-24mm 1:2.8G ED, Stativ

Dann verschwand der kleine Straßenfeger rechts zwischen Katedrale und Haus.  Okay, dann legen wir mal los. Die letzten Sekunden der Langzeitbelichtungen waren im Gange als ich erneut das vertraute Piepsen des kleinen Reinigungsautos hörte. Es kam von oben links zwischen Katedrale und Häusern jetzt wieder zum Vorschein. Ich bibberte und: „Och nö, ganze 3 Sekunden zu früh war er da“ und verursachte mir damit schöne orange Punkte in meinem Bild durch seine drehende Warnlichtleuchte auf dem Dach. War ja klar und trotzdem musste ich schmunzeln. Diese „Störfaktoren“ kenne ich ja mittlerweile zur Genüge. Schlimmer ist nur, wenn die Lichter einfach ausgehen und das beleuchtete Gebäude auf einmal einfach im Dunkeln da steht. Also nochmal von vorne bevor die Lichter auch noch ausgehen. Glück gehabt…

Nachts im Hafen von Port Vell

Unser letzter Abend war wieder voll von Wolken. So schlenderten wir über die Moll d` Espanya zum National-Hafen von Barcelona. Wir finden, von hier hat man den schönsten Blick auf die City und den Stadtteil Barceloneta. Allerdings haben die sich nicht als so fotogen erwiesen. Weiter oben hatten wir dann mehr Glück.

Nachts im Port Vell von Barcelona mit Blick auf den Handelshafen und dem W-Gebäude (f/16, ISO 100, 30 Sek, 24mm) – Kamera: NIKON D750, Objektiv: AF-S NIKKOR 24-120mm 1:4G ED VR

Schöne viele Lichter auf dem Hafengelände und das beleuchtete W-Hotel-Gebäude zusammen mit dem maritimen Flair im Vordergrund ergaben für mich ein perfektes Foto-Motiv. Während der langen Belichtungszeit machte es sich einer auf der Bank gemütlich und schaute dem gerade ausfahrendem Kreuzfahrtschiff hinterher. Somit wurde er unbewußt ein Teil meines Bildes. Passt aber sehr gut dahin. Gleichzeitig lief ein kleines Schiff in den Hafen ein. Daher die weiß-blauen Lichtstreifen in der Mitte des Bildes.

Blick auf die Moll de Barcelona und Montjuic (f/22, ISO 100, 20 Sek, 38mm) – Kamera: NIKON D750, Objektiv: AF-S NIKKOR 24-120mm 1:4G ED VR

Ein Lichtermeer der Feste.

An der gleichen Ecke nur weiter nach Süden umgedreht hat man einen sehr schönen Blick auf die Moll de Barcelona und dem Berg Montjuic. Es ist ein völlig überladenes und lichterfarbenfrohes Bild. Es erzählt vom Hafen, der nie ruht. Nachdem das Kreuzfahrtschiff den Hafen verlassen hatte, folgte ihm noch eine Fähre. Die Leuchtstreifen verraten es noch. Die Wolken sind auf der Flucht, so schnell bewegen sie sich und verschmelzen mit dem ausgestoßenem Dampf vom Schiff. Der hohe Turm ist der Zwischenpfeiler der Seilbahn zwischen Barceloneta und Montjuic.

Blick auf Port Vell und das World Trade Center von Barcelona von der Rambla del Mar (f/18, ISO 100, 30 Sek, 24mm) – Kamera: NIKON D750, Objektiv: AF-S NIKKOR 24-120mm 1:4G ED VR

Anschließend gingen wir weiter zur Rambla del Mar. Da war ich schon ganz gespannt darauf, denn diese Brücke stellte ich mir schon zuvor mit der nächtlichen Beleuchtung als schönes Motiv vor. Und so war es auch. Das einzig Störende waren nur mal wieder die vielen fliegenden Händler und das Abends um 21 Uhr. Somit konnte ich die Brückenkonstruktion nicht direkt von der Brücke einfangen. Der Blick am Ende der Brücke auf das Barcelona World Trade Center und das Lichtermeer machten das wieder wett. Nur diese schwimmende Boje… Wir genießen noch einen letzten Blick nach diesem Foto und dann hieß es auch schon wieder Abschied nehmen vom nächtlichen Barcelona-Feeling, da morgen nachmittag die Heimreise ansteht.

Rambla del Mar mit W-Gebäude in Barcelona – (f/16, ISO 80, 30 Sek, 92mm) – Kamera: NIKON D750, Objektiv: AF-S NIKKOR 24-120mm 1:4G ED VR

Doch auf der anderen Seite von der Rambla del Mar sah ich dieses Motiv. Na endlich! So bekomme ich das W-Hotel doch noch in einer „geschwungenen“ und gelungenen Kombination zusammen mit dem Barcelona-Hafen-Feeling in den Kasten. Bei der Schärferegulierung in der Kamera fiel es mir dann endlich auf. Ich hatte es die ganze Zeit vor Augen und trotzdem nicht wirklich wahrgenommen. Und sind euch auch schon die diversen fehehlenden roten Streifenteile am W-Haus aufgefallen? Ehrlich gestanden: mir ist erst jetzt bei der Bearbeitung aufgefallen. Ich hätte schwören können, dass das vorher alles da war aber die Fotos sind der Beweis, dass ich nicht Recht hatte. Die weißen Doppelpünktchen in Linie am Himmel sind übringens die Lichter von einem Flugzeug (die hier fast im Minutentakt landen und starten) im Landanflug.

Und man sehe und staune – die fliegenden Händler verlassen die Brücke. Feierabend? oder Foto?

 

 

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