Tierfotografie im Zoo – kurz erklärt:

Für schönere Tieraufnahmen im Zoo die wichtigsten Tipps

Die Tierfotografie macht totalen Spaß. Damit auch dir schöne Fotoaufnahmen von Tieren im Zoo schnell gelingen, habe ich mal meine eigenen Erfahrungen zusammen gefasst. Hier findest du alle Beiträge und Fotos zur Tier-Fotografie und zur Zoo-Fotografie von mir.

Das Allerwichtigste zur Tierfotografie im Zoo zuerst:

Respektiere das Tier! Nimm dir viel Zeit und beobachte das Verhalten des Tieres bevor du es fotografierst! Das hilft dir perfekte und außergewöhnliche Fotos von Tieren aufzunehmen.

Renne nicht den gesamten Zoo ab, sondern konzentriere dich auf einige wenige Tierarten. Für häufigeres Wiederkommen hilft eine Jahreskarte. Das hat auch den Vorteil hat, daß man nur mal am Morgen oder am späteren Nachmittag zum fotografieren vorbeischauen kann.

  1. Bildgestaltung – Tierfotografie im Zoo

    In der Tierfotografie bekommt man die schönsten Aufnahmen, sobald das Tier zu Dir in die Kamera schaut. Also immer schön Blickkontakt halten. Hier ist häufig sehr viel Geduld gefragt.

    Ungewöhnliche Blickwinkel können das Foto interessanter gestalten lassen. Ansonsten sind die Aufnahmen auf gleicher Augenhöhe (wenn es möglich ist) immer die bessere Wahl. Fotografierst du einfach nur aus der ganz gewöhnlichen Sichtperspektive, dann wird es eher ein langweiliges Foto.

    Das Allerwichtigste sind aber immer die Augen. Die Augen des Tieres müssen perfekt scharf abgelichtet werden. Das ist das A und O.  Setze dafür das Autofokusfeld auf die Augen!

    Im Augenkontakt mit dem Gorilla
    Im Augenkontakt mit dem Gorilla – f/5.6 | ISO 800 | 1/60 Sek | 190mm – Kamera: NIKON D750 + Objektiv: AF-S NIKKOR 70–200 mm 1:2,8E FL ED VR
  2. Kamera-Ausrüstung – Tierfotografie im Zoo

    Mit jeder Kamera (DSLR oder System) kann man erfolgreiche Tier-Aufnahmen machen. Deine Kamera sollte nur die Halbautomatik-Modi (A-Modus, S-Modus) besitzen.

    Ein Tele-Objektiv ist häufig von Vorteil, um einfach näher an die Tiere ran zukommen. Manchmal ist aber auch das stink normale Allround-Objektiv von Vorteil. Je nach Nähe/Ferne und Größe des Tieres ist hier das passende Objektiv zu wählen.

    Hast du kein Tele-Objektiv, dann sei speziell auf der Suche nach Motiven die zu deinem Objektiv passen. Nicht jammern, was du nicht fotografieren kannst, sondern finde die passende Motive. Du musst nur mit wachen Augen unterwegs sein und wirst echt erstaunt sein, was alles geht. Sei flexibel…

  3. Tierfotografie im Zoo – Kameraeinstellungen

    Fotografiere im RAW-Modus und du kannst die Fotos hinterher viel besser nachbearbeiten bzw. digital entwickeln. Nach dem bekannten Fotozitat„Knipst du deine Fotos roh, bist du später beim Bearbeiten froh!“. Also Finger weg vom Jpeg-Format. Wenn du nicht weißt warum, dann schaue dir bitte folgende Beiträge an: RAW versus JPEG bzw. Was bedeuten RAW und JPEG.

    Wähle eine offene Blende. So bekommst du ein schönes Bokeh (Portrait / unscharfen Hintergrund) und du kannst die Verschlusszeit besser kurz halten. Blenden von f/4 bzw. f/5.6 sind meine Favoriten.

    Die Verschlusszeiten bei Tieraufnahmen sind stark abhängig von der Geschwindigkeit der Bewegung des Tieres. Eine Zeit von 1/250 Sekunde sollte ein guter Richtwert sein. Sich schneller bewegende Tiere brauchen eine sehr kurze Verschlusszeit, um die Bewegung scharf einfrieren zu können. Sitz dein Tier recht ruhig da, dann kannst du es auch mal mit einer etwas längeren Verschlusszeit zu versuchen.

    Die ISO erhöht man nur ungern. Sprich, wenn die Belichtungszeit zu lang ist (unscharfe Aufnahme) und die Blende schon offen genug ist (f/4.0), dann bleibt dir nur noch die Erhöung des ISO-Wertes (siehe Belichtungsdreieck) um die Belichtungszeit wieder reduzieren zu können. Ich habe häufig für die ZOO-Fotografie eine ISO von 800 bis 1000 nehmen müssen. Die Nikon D750 kann beim Rauschen da wunderbar mithalten. Teste das bei deiner Kamera mal aus. Beachte dabei: Um so höher die ISO, um so weniger Farbkontraste hast du und um so pixeliger wird dein Foto. Deshalb ist die Erhöhung der ISO immer die letzte Wahl.

    Die Mittenbetonte bzw. Spotmessung sind häufig die bessere Wahl für die Belichtungsmessung.
    Für Fortgeschrittene: Ansonsten kann man noch eine gezielte Belichtungskorrektur mit der +/- Taste und dem (hinteren) Einstellrädchen durchführen. Wobei diese Einstellung abhängig von deiner Kamera ist. Mit +1LW zum Beispiel kann man weiße Vögel besser fotografieren. Probiere es einfach aus.
    Aber nicht vergessen, die Belichtungskorrektur anschließend wieder zurückzustellen!!! Sonst sind alle weiteren Fotos über- bzw. unterbelichtet!

    Der kontinuierliche Autofokus (AF-C bei Nikon und Fujifilm, AI Servo bei Canon) hilft dir beim Verfolgen und besseren Fokussieren des Tieres. Denn der kontinuierliche Autofokus führt die Schärfe auch noch nach dem Fokussieren weiter der Bewegung folgend nach. Und das ist dann besonders hilfreich, wenn sich das anvisierte Objekt bewegt hat (was Tiere nun halt mal tun).

    rufender Papageientaucher
    rufender Papageientaucher – f/5.6 | ISO 800 | 1/60 Sek | 145mm – Kamera: NIKON D750 + Objektiv: AF-S NIKKOR 70–200 mm 1:2,8E FL ED VR

    Der Blitz ist AUS! Wir Menschen mögen es auch nicht – ständig „geblitzdings“ zu werden. Für die Tierfotografie sollte es zum Wohle des Tieres eh unterlassen werden. Bitte beachte und respektiere dazu die Hinweise des Zoos. Dazu bitte nicht nur den Blitzdeckel festhalten, sondern wirklich ausstellen. Ansonsten rechnet die Kamera mit falschen Belichtungswerten und das Foto ist für den Papierkorb. Ups. (Ja, das kenne ich auch noch von früher.)

    Belichtungsmodus. Da streitet sich die Fotografenwelt. Ich habe mal gelesen und häufig auch wirklich schon selbst schmunzelnd festgestellt:
    NIKON Fotografen nutzen gerne den A-Modus (Zeit-Automatik), die CANON Fotografen dagegen den S-Modus (Blenden-Automatik).
    Also: Ich persönlich bevorzuge den A-Modus. Sprich ich wähle gerne die von mir gewünschte Blende und achte dabei auf die errechnete Verschlusszeit und korrigiere dementsprechend den ISO-Wert. Magst du nicht um die Belichtungszeit kümmern, dann bis du mit dem S-Modus besser bedient. Wer es ganz einfach haben mag, der nutzt den P-Modus (Programm-Automatik). Andere sagen auch spaßeshalber: P-Modus P für „Profi“.
    Also: Finde den Modus der zu dir passt!

    Einzelaufnahme- oder Serien-Aufnahme? Manche schwören auf Serien-Aufnahmen. Ich finde es ist abhängig vom Motiv. Serie macht für mich nur dann Sinn, wenn die Bewegungen zu schnell gehen und ein bestimmter Moment von Bedeutung ist. Denke daran: Du musst die ganzen Bilder hinterher auswerten und ggf. in den Papierkorb werfen.

  4. Allgemeine Tipps zur Tierfotografie im Zoo

    Deine eigene Kleidung sollte eher dunkel sein. Denn bedenke, dass deine Kleidung sich im Glas spiegelt und du diesen Schatten nicht von den Fotos bekommst. Es reicht schon, wenn man mit den anderen Besuchern im gewissen Wettbewerb steht. Und zwar genau dann ein Foto zu machen, wenn diese sich gerade nicht im Glas wiederspiegeln.

    Abhilfe schafft hier ein dunkles Tuch o.ä. zum Abschatten vor Spiegelungen der anderen Besuchern. Allerdings braucht man dafür einen Assistenten. 😛

    Auch hilfreich kann es sein, ein kleines Fläschen Glasrein mit Putztuch dabei zu haben. Denn gerade die kleinen Besucher sind oft so fasziniert, dass ihre Hände immer an den Scheiben unschöne Flecken hinterlassen. Nicht ärgern, sondern putzen und dran denken: wir waren auch so, als wir klein waren.

     

    Du kannst auch durch die Gitter fotografieren. Gehe dafür ganz dicht an das Gitter heran. Die Streulicht- bzw. Gegenlichtblende dient nicht nur als Objektivschutz (Frontlinse), sondern verhindert auch den seitlichen Lichteinfall. Wenn dann das Tier weit genug entfernt ist, verschwinden die Gitterstäbe. Öffne dafür die Blende weit und dann verschwindet auch der Hintergrund. Eventuell musst du dafür allerdings manuell scharf (MF) stellen.

    Nutze die Morgen- und Nachmittagsstunden. Zum einen wirft die grelle Sonne dann keine zu harte Schatten und zum anderen sind da die Besucherströme geringer.

    Achte auf die Fütterungszeiten. Dann gibt es mehr zu fotografieren. Wobei ich das Motiv direkt an Futterplätzen häufig eher als unappetitlich empfinde. Halte Ausschau nach den Tieren in der Nähe des Fressnapfes. Da wird auch schon geknappert. Ich finde, dass wirkt natürlicher und ästhetischer.

    Wer die Kamera nicht lange genug stillhalten kann, könnte vielleicht mit einem Einbeinstativ gut bedient sein. Ansonsten natürlich immer den Bildstabilisator (VR bei Nikon, OIS, OS, VC, … von anderen Fotoherstellern) einschalten.

Ein letzter Tipp zur Tierfotografie – bevor es in den Zoo geht…

So, jetzt nur noch eine leere SD-Karte in der Kamera haben (kein Scherz, ich kenne welche, denen passiert das immer mal wieder). Deshalb habe ich immer gerne eine Ersatz SD-Karte dabei. Dazu mindestens einen vollen Akku dabei haben und dich kann nix mehr aufhalten.

Denke daran: Gerade in der Tierfotografie hat man immer einen großen Ausschuss an Fotos für den Papierkorb. Das gehört zur Tierfotografie dazu.

Also ab in den Zoo. Ich wünsche dir viel Spaß und Erfolg beim Fotografieren im Zoo.

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