Eine kleine unerwartete Begegnung

Es war ein schöner, lauer Augustabend. Wir waren mit Freunden zum Essen verabredet und trafen uns davor bei den Zweien auf ihrem Segelboot. Mir wurde von den beiden schon berichtet, daß bei ihnen im Seglerhafen häufig ein, manchmal sogar auch zwei Seehunde im Hafen auf ihrem Privatsteg liegen.

Seehund - Steganleger (f/4, ISO 250, 120mm, 1/800)
Seehund – Steganleger (f/4, ISO 250, 120mm, 1/800) – Kamera: NIKON D750, Objektiv: AF-S NIKKOR 24-120mm 1:4G ED VR

Und voller Freude, ja. Da war einer von den beiden und sonnte sich ganz gemütlich in den allerletzten Sonnenstrahlen an diesen Abend. 

Da wir ja zum Essengehen zurechtgemacht waren, konnte ich schlecht auf allen Vieren krabbeln, um ein Foto auf Augenhöhe mit dem Seehund zu erhaschen. Ich hätte mir sonst sofort Flecken in der Kleidung eingehandelt.

Dank des ausklappbaren Displays der Nikon D750 für den LiveViewModus konnte ich die Froschposition ohne Probleme einnehmen. Das Sucherokular dafür abgedeckt war meine Nikon D750 bereit fürs Shooting.

Seehund - Steganleger (f/4, ISO 250, 120mm, 1/250)
Seehund – Steganleger (f/4, ISO 250, 120mm, 1/250) – Kamera: NIKON D750, Objektiv: AF-S NIKKOR 24-120mm 1:4G ED VR

Also hockte ich mich leise und langsam hin,

um ihm zu zeigen, dass wir „Freunde“ sind. Zoomte soweit ich konnte ran und dann habe ich wohl sein Interesse an mir geweckt. Mit seinen großen Knopfaugen schaute er mich freundlich an.

Seehund – Steganleger (f/4, ISO 250, 120mm, 1/200) – Kamera: NIKON D750, Objektiv: AF-S NIKKOR 24-120mm 1:4G ED VR

Da ich in hockender Position nicht gerade die Beweglichste bin, hatte ich schon fast den Eindruck, dass sich der Seehund mehr über meine Verrenkungen amüsierte, als umgekehrt. Er zeigt mir mit großem Wohlwollen, wie man sich ganz elegant bewegt, auch wenn man ein kleiner Koloss ist.

Ja ja – ich musste unwillkürlich schmunzeln.

Seehund – Steganleger (f/4, ISO 250, 120mm, 1/250) – Kamera: NIKON D750, Objektiv: AF-S NIKKOR 24-120mm 1:4G ED VR

Der Seehund rekelte sich weiter über den Rücken und fing an zu gähnen. Was für ein Maul!

Dann wurde ich wohl doch uninteressant oder sogar ermüdend? 

Seehund – Steganleger (f/4, ISO 250, 120mm, 1/200) – Kamera: NIKON D750, Objektiv: AF-S NIKKOR 24-120mm 1:4G ED VR

Die Sonne ist untergegangen. Das Licht ist aus.
Zeit zum Schlafen gehen. Gute Nacht. 

Auf jeden Fall danke ich für dieses erlebnisreiche, kurze und unverhoffte Fotoshooting.
Es war ein Erlebnis, welches wohl eher selten vorkommt.

 

Kamera Einstellungen & co.

  1. Lichtsituation – gewähltes Objektiv

    Da die Lichtsituation an diesen Abend nicht mehr so optimal war hatte ich bewusst mein Allround-Objektiv 24-120mm benutzt, da es eine gute Lichtstärke aufweist. Die Fotos dementsprechend beschnitten, um einen schönen Bildausschnitt zu bekommen.

    Das Tele 70-300mm hätte mich zwar näher rangebracht, aber wegen der schlechteren Lichtstärke zusammen mit dem fehlenden Licht an diesen Abend wahrscheinlich nur unscharfe Bilder bzw. Bildrauschen verursacht.

    Am nächsten Tag (mit mehr Licht) kam ich erneut meinen Teleobjektiv 70-300mm hier her. Allerdings war kein einziger Seehund da. So ist das Leben – Glück kann man nicht erzwingen.

  2. Okular-Abdeckung im LiveViewModus (Spiegelreflex-Kamera)

    Die Okular-Abdeckung für den Sucher(okular) habe ich immer am Kamera-Umhängeband an der Schlaufe von der Nikon D750Kamera angeklemmt – so ist dieses winzige, aber denn doch sehr wichtige Kamera-Teil immer sofort griffbereit und kann nicht verloren gehen.

    Wäre es bei Tagesaufnahmen nicht drauf/abgedeckt, so würde es über den Spiegel zu einer Überbelichtung kommen. (Nachts ist es nicht so wild.)

  3. Bildausschnitt – Zoom

    Wie bereits erklärt, wollte ich nicht näher ran, um den Abstand zum Seehund zu wahren. Das Tele-Objektiv hätte auf Grund des fehlenden Lichtes unscharfe Aufnahmen produziert und so nahm ich mein geliebtes Allround-Objektiv 24-120mm. Der Sensor und die Megapixel der Nikon D750 erlauben ein großzügiges Wegschneiden des Bildausschnittes.

 

Tierfotografie – und der Respekt an Tieren

Genügend Abstand und ruhiges Verhalten sind das oberste Gebot.

Seehund - Steganleger (f/4, ISO 250, 120mm, 1/200),
Seehund – Steganleger (f/4, ISO 250, 120mm, 1/200) – Kamera: NIKON D750, Objektiv: AF-S NIKKOR 24-120mm 1:4G ED VR

Die Tierfotografie bringt sehr viel Spaß. Es ist ein anderes, intensiveres Beobachten der Tiere durchs Fotografieren. Es sind die Feinheiten, die Bewegungsdetails. Allerdings sollte immer bedacht werden, daß der Abstand zwischen Mensch und Tier immer groß genug sein sollte.

Ein Tier sollte sich nie durch den Menschen (auch nicht beim Fotografieren) bedroht fühlen.

Respekt geht immer vor. Schließlich möchte jeder in seiner Privatsphäre nicht gestört werden. Außerdem: Läuft das Tier weg, gibt es eh keine Fotos mehr und man hat vielleicht ein sehr schönstes Erlebnis für immer verpasst. Nicht alles lässt sich fotografieren, manches muss im Kopf abgespeichert werden.

Aus Respekt und Schutz dem Seehund gegenüber gebe ich deshalb auch nicht diesen Standort preis. Ich hoffe auf Verständnis.

 

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