Papageientaucher – der fliegende Clown

Papageientaucher sind wunderschöne und vor allem sehr farbenfrohe und damit fotogene Tiere.

Allerdings sind es auch sehr aktive Tiere. Mit anderen Worten: sie planschen ständig im Wasser herum und spritzen dementsprechend ständig die Scheiben im Loro Parque mit Wasser voll. Das ist zwar immer wieder sehr lustig anzusehen, allerdings hat man in diesen lebhaften Momenten dann keine Möglichkeiten zu gelungenen Foto-Aufnahmen.

Papageientaucher
Papageientaucher – f/5.6 | ISO 800 | 1/320Sek | 145mm – Kamera: NIKON D750 + Objektiv: AF-S NIKKOR 70–200 mm 1:2,8E FL ED VR

Als ich bei den Papageientauchern vorbei kam, traute ich meinen Augen nicht. Ich konnte es gar nicht glauben. Das Glück hatte ich zuvor noch nie. Die Scheibe war perfekt trocken und frisch saubergeputzt. So, wie ich es schon immer mal gehofft hatte. Dann schaute mich einer von ihnen auch noch so schön an.

Ich konnte mein Glück kaum fassen und fotografierte schnell diesen Moment.

Papageientaucher
Papageientaucher – f/5.6 | ISO 800 | 1/100Sek | +1LW | 145mm – Kamera: NIKON D750 + Objektiv: AF-S NIKKOR 70–200 mm 1:2,8E FL ED VR

Ich war total begeistert. Heute war nun endlich mal der passende Moment da. Der Papageientaucher setzte sich hin und ließ sich perfekt ablichten. Erst mit ISO 800 kam ich auf eine recht akzeptabel kurze Belichtungszeit. Zum Glück saß er mal für einen kurzen Moment recht still. Nur der Kopf wurde ständig in alle Richtungen bewegt.

Aufruf ins Wasser zum Planschen zu gehen

rufender Papageientaucher
rufender Papageientaucher – f/5.6 | ISO 800 | 1/60 Sek | 145mm – Kamera: NIKON D750 + Objektiv: AF-S NIKKOR 70–200 mm 1:2,8E FL ED VR

Dann fing er plötzlich an zu rufen. Es klang wie eine Aufforderung an die anderen Papageientaucher nun endlich mal ins Wasser zu gehen und wieder lustig herum zu planschen. Denn im Wasser fühlen sich die auch Clownvögel genannten Tiere am wohlsten.

sitzender Papageientaucher
sitzender Papageientaucher – f/5.6 | ISO 800 | 1/100 Sek | +1LW | 70mm – Kamera: NIKON D750 + Objektiv: AF-S NIKKOR 70–200 mm 1:2,8E FL ED VR

Und so schaute mein farbenfrohes Fotomodel noch ein letztes Mal ganz kurz zu mir herüber, erhob sich dann und reckte kräftig seine Flügel. Ja, und dann machte er sich – in seiner recht tollpatschig-niedlichen Gangart – auch schon auf den Weg ins Wasser.

Und so sprangen mehrere Papageientaucher fast zeitgleich zusammen mit ins Wasser und die schön geputzte Scheibe war auch schon wieder voller Wasser. Wie putzig!

Endlich hatte ich meine lang ersehnten Fotos mit meiner Nikon eingefangen. Glücklich schauten wir nun (mal wieder) ganz vergnügt zu, wie sie da so wild und lustig herum planschen. 😛

Die Papageientaucher sind eine gefährdete Tierart

Ja, und dann kam die typische Frage in mir auf: Warum gibt es die Papageientaucher im Loro Parque? Denn der Loro Park setzt sich für den Erhalt von Tierarten sehr stark ein. Eine kurze Recherche im Internet verriet die traurige Geschichte:

Der Papageientaucher wird seit 2015 als gefährdete Tierart eingestuft und ist mittlerweile vor dem Aussterben bedroht. Schuld ist zum einen die Erderwärmung, welche zu Futtermangel führt und aber auch die Überfischung seiner Nahrungssuchreviere. Wer mehr darüber erfahren möchte findet viele Informationen im Internet. Wie zum Beispiel bei Wikipedia, ZDF Nachrichten oder BUND.

Natur und Wirtschaft…

stehen schon lange leider nicht mehr im Einklang. Mir will es seit Tagen nicht mehr aus dem Kopf: Die Fischwirtschaft macht die Meere kaputt. Der nicht gewünschte Beifang ist das Narungsmittel der Papageientaucher (und diverser anderer Seevögel). Durch das Abfischen fehlt ihnen die Nahrung und dadurch gibt es immer weniger Nachwuchs.

Wir wissen ALLE von dem Problem. WAS aber wird dagegen wirklich getan… ?

Ist die Wirtschaft und das Geld denn soviel wichtiger, als der Erhalt unserer Natur? Diese fast überall auf der Welt praktizierte Überfischung sollte endlich ein Ende haben! Es wird einfach viel zuviel für immer kaputt gemacht. Das macht mich traurig.

Wie schon zu meinem Beitrag: Die vielen Bohrinseln vor Santa Cruz auf Teneriffa, passt auch hier leider der Slogan zum Nachdenken:

Aber solange wir die Erde als Supermarkt sehen und nicht als Heimat,
wird sich wohl nicht viel verändern… Oder doch?

Oder seht ihr das anders? Was meint ihr dazu?

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