Langzeitfotografie Tag
ND Filter / Graufilter ausprobiert

Diesen Morgen wollte ich einfach nur mal meine Graufilter ausprobieren. In Harburg an der Alten Harburger Elbbrücke hatte ich ja bereits meine ersten Versuche gestartet. Die Langzeitbelichtung am Tag fand bei mir großes Interesse. Es hat seinen eigenen Reiz. Genau wie in der Nachtfotografie mit Stativ und Langzeitbelichtung zu arbeiten und gespannt warten, was da nun so bei rauskommt.

Heute morgen wollte ich genau diesen Reiz auf dem Wasser ausprobieren.

Elbe Schlepper-Hafen - Neumühlen am Morgen - Langzeitbelichtung (f/16, ISO 100, 10 Sek., 27mm, ND Filter 3.0)
Elbe Schlepper-Hafen – Neumühlen am Morgen – Langzeitbelichtung (f/16, ISO 100, 10 Sek., 27mm, ND Filter 3.0) – Kamera: NIKON D750, Objektiv: AF-S NIKKOR 24-120mm 1:4G ED VR

Ich nutzte meine „freie“ Zeit sinnvoll an der Elbe und übte mich weiter in der Langzeitfotografie.

Da Thorsten einen kurzen Termin in der Nähe hatte, konnte ich ungestört die Filterfotografie weiter ausprobieren und testen. Dieser Ort war perfekt dafür gemacht. Hier konnte ich entlang der Mole bis nach Övelgönne direkt an der Elbe laufen. Da es noch früh am Morgen war, kamen hier nur einige wenige Fußgänger und Radfahrer entlang – es war eine herrliche Ruhe hier – und das Mitten in Hamburg.

Schlepper-Hafen - Neumühlen am Morgen - Langzeitbelichtung (f/16, ISO 100, 10 Sek., 85mm, ND Filter 3.0)
Schlepper-Hafen – Neumühlen am Morgen – Langzeitbelichtung (f/16, ISO 100, 10 Sek., 85mm, ND Filter 3.0) – Kamera: NIKON D750, Objektiv: AF-S NIKKOR 24-120mm 1:4G ED VR

Es war ein idyllischer Morgen an der Elbe in Neumühlen. 

So lief ich mit Stativ, Nikon D750 Kamera und Fotorucksack an der Elbe entlang. Vor mir lag der Schlepperhafen von Neumühlen. Sie „schleppen“ die großen Schiffe in den Hafen rein und raus. Im Hafen selbst war zur Abwechslung mal wenig los. Das war schon seltsam. Ich baute das Stativ auf, aktivierte die Nikon D750 und bereitete alles für die erste Langzeitbelichtung vor. Als ich meine Belichtungszeit ausgemessen hatte und den 3.0 ND-Filter verschraubte, war ich gespannt und nervös zugleich. Es ist schon eine andere Art der Fotografie, wenn man nicht nur einfach knipst.

Zum Fotografieren braucht man Zeit.
Wer keine Zeit hat, kann ja knipsen.

 

Langzeitfotografie ist (ent)spannend und erholsam zu gleich.

So las ich von meiner Liste die entsprechende Belichtungszeit für den 1000er ND-Filter ab und stellte die korrekte Zeit im Manuellen Modus ein. Warten kann so schön sein. Als ich das Foto auf dem Display der Nikon D750 sah, war ich happy. So probierte ich alle drei ND Filter (8,64, 1000) durch, um die unterschiedlichen Effekte kennen zu lernen.

Der warme, fast horizontale Lichteinfall war super harmonisch. Der Himmel mit seinen kleinen Wolkenstreifen kam durch die Langzeitbelichtung so richtig gut zur Geltung und gibt dem Ganzen noch mehr Dynamik.

Elbe Schlepper22 – Neumühlen am Morgen – Langzeitbelichtung (f/16, ISO 100, 15 Sek., 46mm, ND Filter 3.0) – Kamera: NIKON D750, Objektiv: AF-S NIKKOR 24-120mm 1:4G ED VR

Die Sonne im Rücken, so wie man es bei der Fotografie lernt. Stativ aufgestellt. Lichtmessungen durchgeführt und dann fing ich an, mich durchzuprobieren. Ich hatte die ND Filter 8,64, 1000 zur Auswahl. Der 1000ND Filter (3.0) wurde dann mein Favorit.

Elbe Schlepper Bulldog – Neumühlen am Morgen – Langzeitbelichtung (f/16, ISO 100, 25 Sek., 46mm, ND Filter 3.0) – Kamera: NIKON D750, Objektiv: AF-S NIKKOR 24-120mm 1:4G ED VR

Die Schlepper bewegten sich leicht auf der Elbe. Dadurch ergab sich eine kleine Unschärfe, was mir zum Anfang missfiel. Bei näherer Betrachtung empfand ich dann aber, dass diese Unschärfe eine gewisse Dynamik ergibt. Der Rest blieb ja scharf. Auch die Tiefenschärfe kommt durch die Langzeitbelichtung  sehr gut zur Geltung.

HH Hafen Terminal Burchardkai – Neumühlen am Morgen – Langzeitbelichtung (f/20, ISO 100, 25 Sek., 100mm, ND Filter 3.0) – Kamera: NIKON D750, Objektiv: AF-S NIKKOR 24-120mm 1:4G ED VR

Ein Stückchen weiter war ich nun gegenüber vom Burchardkai (Elbseite).

Kein Schiff. Nix los. Halb zehn in Deutschland – alle sind zum zweiten Frühstück. Nee, keine Ahnung – das nächste Containerschiff ist bestimmt schon am Einlaufen. Vielleicht hängt es ja auch mit dem Wasserstand der Elbe zusammen. Direkt dahinter ist der Waltershofer Hafen. Es ist ein Genuss vom Waltershofer Damm die wirklich großen Containerschiffe zu sehen und den Hafen-Kränen bei der Arbeit zu zusehen. Besonders zum Abend und in der Nacht immer wieder eine der genialsten Fotolocation in Hamburg.

Ich stellte ganz verträumt wieder das Stativ auf und aktivierte die Nikon D750 Kamera mit dem 3.0 ND-Filter. Nahm alle Einstellungen durch, startete die Aufnahme und bewunderte währenddessen den rosa-verlaufenden Himmel. So langsam verschwand leider das Rosa Licht der Morgensonne und somit auch das „gewisse“ Flair. Die Farben verblassten und die Mittagssonne kündigte sich langsam an.

In dem Moment klingelte auch mein Telefon und ich dachte nur, wie schnell die Zeit schon wieder verging. Es war mein lieber Ehemann Thorsten und fragte mich: Na, bist du schon wieder schlauer?-Ja, ich glaube schon. Wo steckst du? – Bin kurz vorm Hafen von Övelgönne. – Ich ging dann zurück (weit war es ja nicht) und Thorsten fragte mich dann: Lust auf eine HVV-Hafenrundfahrt?  Das war eine sehr gute Idee.

Die HADAG-Fähren verbinden das maritime Hamburg

Der HVV sind die Hamburger öffentlichen Verkehrsmittel. Die HADAG-Fähren können mit einem HVV-Ticket genutzt werden. Es gibt mehrere Fährverbindungen über und entlang der Elbe. Eine andere Art den Riesenschiffen ganz nah zukommen. So fuhren wir die Elbe rauf und runter und hielten Ausschau nach neuen Foto-Locations. Dann wollten wir der Elphi in der Hafencity noch einen kurzen Besuch abstatten. Mal schauen „wie fertig“ sie nun schon gebaut ist.

 

Fazit der Langzeitbelichtung mit Graufiltern:

Diese Zitat vom unbekannten Autor sagt wirklich alles aus.

Zum Fotografieren braucht man Zeit.
Wer keine Zeit hat, kann ja knipsen.

Die Belichtungszeiten variierten zwischen 10-25 Sek. entsprechend der verschiedenen Grau-/ND-Filter und einer Blendenzahl von f/14 -f/20. Es war interessant am Tage mit Filtern zu fotografieren und die erkennbaren Unterschiede „bestaunen“ zu können. Mit Filtern zu fotografieren, ist Fotografieren in anderen Dimensionen. Einmal dort angekommen, will man nicht mehr knipsen. Es sind ganz andere Fotos. Diese Wischeffekte und die Farben sind absolut fantastisch.

Graufilter / ND Filter – Was ist das?

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