Warten auf die goldene Stunde mit Blick auf die Elbe – dem Hamburger Hafen

Heute hatten wir uns für die Landungsbrücken entschieden und waren mit unserem Freund Stefan zum gemeinsamen Fotografieren verabredet. Es gibt dort zwei Möglichkeiten, sprich 2 Aussichtspunkte übereinander. Ich lief des Öfteren hoch und wieder runter. Ja? Wo nun hinstellen? Zum Schluss entschieden wir uns, unten zu bleiben. So standen wir nun oberhalb der U-Bahn Landungsbrücken und warteten gefühlte Stunden auf den Sonnenuntergang.

Ich wollte nicht zu spät da sein. Das wäre echt ärgerlich gewesen.

Manja und Stefan (f/3,5, ⅙ Sek. ISO 400, 55mm) - Kamera: FUJIFILM X-T1, Objektiv: FUJINON XF55-200mm F3.5-4.8 R LM OIS
Manja und Stefan (f/3,5, ⅙ Sek. ISO 400, 55mm) – Kamera: FUJIFILM X-T1, Objektiv: FUJINON XF55-200mm F3.5-4.8 R LM OIS

Ich konnte jedenfalls nicht warten und legte schon mal los.

Stefan, ebenfalls stolzer Besitzer einer Nikon D750 Kamera, kam gerade am vereinbarten Treffpunkt an. Er musste ja auch arbeiten, wir haben Urlaub. Ich nutzte die Zeit, um meine diversen Grau- und Grauverlaufsfilter mal so richtig auszuprobieren.

Probieren geht schließlich über studieren.

So wechselte ich vom Gefühl her hundertfach die Filter und die Einstellungen. Schaute mir die Ergebnisse an und brachte Akku und Sensor bestimmt ins Schwitzen. Schon interessant, was alles so geht in der Fotografie. Die Einstellungen werden immer vertrauter, das macht Laune.

Landungsbrücken - Elbe - Cap San Diego (f/18, ISO 250, 62mm, 1/30 Sek.)
Landungsbrücken – Elbe – Cap San Diego (f/18, ISO 250, 62mm, 1/30 Sek.) – Kamera: NIKON D750, Objektiv: AF-S NIKKOR 24-120mm 1:4G ED VR

Fragt mich bitte nicht, welcher Filter das nun im ersten Bild war.

Hätte ich da schon gewußt, dass ich diesen Blog schreiben werde, dann hätte ich es gewußt 😳 und Euch auch mitgeteilt. Aber das wird besser. Versprochen. Ich vermute, es war der reine ND64-Graufilter oder doch der Grauverlaufsfilter 25% ? Aber sicher bin ich mir da nicht. Fragt lieber noch mal Eure Eltern. (Ein Spruch von Hein Blöd, der Kumpel von Kurt´n Blaubär 😛 ) Dass das nicht auch noch in den Exif-Daten von der Kamera mit festgehalten werden kann. Das wär doch noch was  😉

Dieses Leuchten, diese Farben und dieses Hafenflair – ich liebe es.

Fast Vollmond

Zwischendurch wollte Stefan mein frisch erworbenes Nikon Tele-Zoomobjektiv AF-S NIKKOR 200-500mm 1:5,6E ED VR gezeigt bekommen. Ein Monsterteil an Gewicht (2300g) und Größe, aber es macht genial tolle Fotos. So detailreich, ich meinte, schon fast die zurückgelassenen Mondfahrzeuge erkennen zu können. Quatsch, daß geht natürlich nicht. Aber die Oberflächenstruktur ist schon der Knaller schlecht hin. Damit kann man echt beeindrucken.

Mondaufgang (f/8, ISO 100, 500mm, 1/100Sek.)
Mondaufgang (f/8, ISO 100, 500mm, 1/100Sek.) – Kamera: NIKON D750, Objektiv: AF-S NIKKOR 200-500mm 1:5,6E ED VR

Stolz machte ich dieses Foto vom Mond und zeigte es Stefan direkt auf der Nikon D750 im Display des LiveView Zooms. Ich bin echt happy jetzt endlich ein qualitativ hochwertiges Tele-Objektiv mit großer Brennweite und mit relativ guter Lichtstärke zu besitzen. Dieses Objektiv wird garantiert noch richtig viele tolle Aufnahmen hergeben. Da freue ich mich schon drauf.

So nun, Sonnenuntergang … – wo bleibst du?

Die Ansätze waren ja schon einige Zeit da. Nur so richtig Sonnenuntergangsfarben waren das noch nicht. Laut der App Sun Surveyor war ja auch noch ein bisschen Zeit. Also weiter warten. Da kam er dann endlich – der fantastische Sonnenuntergang, in all seinen Farben. Es war echt schön – dieses Orange-Leuchten. Es wurde immer intensiver und intensiver. Ich versuchte mich in verschiedenen Belichtungszeiten mit Hilfe der Filter. Der ND64-Filter war hier mein Favorit. Noch ist es ein Ausprobieren und Studieren – aber es bringt Spaß und die Effekte finde ich großartig.

Landungsbrücken - Hafen (f/18, 1/80 Sek. ISO 250, 82mm)
Landungsbrücken – Hafen (f/18, 1/80 Sek. ISO 250, 82mm) – Kamera: NIKON D750, Objektiv: AF-S NIKKOR 24-120mm 1:4G ED VR

So standen wir nun mit unseren Kameras da und schauten während der Aufnahmen auf den Hafen und dem Trubel auf den Landungsbrücken. Wir waren natürlich nicht die Einzigen hier – so mitten im Herzen von Hamburg. Alle hier oben schauten auf die Farben des Sonnenunterganges und es wurde natürlich auch geknipst was das Zeug hält. Klar, dieser Moment war perfekt zum Einfangen.

Es ist einfach toll, hier zu dieser goldenen Stunde zu sein  und sie hier und jetzt gerade so genießen zu können. Das ist besser als jede Meditation. 

Landungsbrücken SU - Hafen (f/22, 2.5 Sek. ISO 100, 38mm)
Landungsbrücken SU – Hafen (f/22, 2.5 Sek. ISO 100, 38mm) – Kamera: NIKON D750, Objektiv: AF-S NIKKOR 24-120mm 1:4G ED VR

So langsam ging die Sonne unter.

Der Moment ist fast vorbei, aber wir haben ihn ja im Kasten – für immer aufbewahrt. Es ist einfach genial, sich später dank des Fotos immer wieder an diesen atemberaubenden Moment zu erinnern und ihn genießen zu können. Auch nehme ich durch das Fotografieren all die kleinen Details noch viel bewußter und intensiver wahr. Dieses bewußtere und intensivere Wahrnehmen macht die Fotografie so wertvoll für mich.

Es ist wie ein ständiges Fokussieren – bewußter die Natur und ihre Ereignisse wahrzunehmen. Vielleicht würde ich ansonsten einige dieser schönen Momente verpassen.

Die Sonne war – wie gesagt – nun fast weg. Also, und jetzt? Ich überzeugte die Jungs, nochmal mit mir zum Hamburger Wasserschlösschen zu fahren. Stefan – obwohl aus Hamburg – war noch nie da gewesen. Das MUSS nachgeholt werden. Wir selbst haben das Wasserschlösschen nach anfänglichen Schwierigkeiten schon einmal im „goldenen Look“ nachts fotografiert. Ich hoffte auf eine blaue Stunde mit klarem Himmel. Die Jungs hatten keinen eigenen Plan und stimmten zu. So fuhren wir zum berühmten Hamburger Wasserschlösschen zur blauen Stunde in Windeseile, denn die blaue Stunde wartet nicht auf uns. Diesmal wurden wir so richtig belohnt. Es ist DAS Motiv aller Fotografen, die Hamburg lieben.

 

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