Einstieg in die Astrofotografie – kurz erklärt (Teil 1)

Nachts die Sterne am Himmel einfach nur mit einem Fotoapparat (und Stativ) einzufangen ist ein sehr schöner und traumhafter Einstieg in die Astrofotografie. In der Dunkelheit die Sterne sichten, vielleicht sogar die Milchstraße sehen, dass ist ein wunderbarer Moment in der Nacht. Doch Vorsicht, es kann süchtig machen…

In Teil 1 erkläre ich die notwendige Kamera-Ausrüstung und die korrekten Einstellungen an Kamera und Objektiv.
In Teil 2 erkläre ich die Scharfstellung (manuelle Fokussierung), sowie die korrekte Belichtung (ISO-Wert, Histogramm, Zeit-Formel)

Voraussetzung: Was wird für den Einstieg benötigt?

  1. rauscharme Kamera (Spiegelreflex- oder System) mit APS-C oder Vollformat-Sensor
  2. lichtstarkes Weitwinkel-Objektiv
    • offene Blende: f/2.8 oder weniger (f/1.4 – f/2.0)
    • kurze Brennweite: 24mm oder weniger
  3. stabiles Stativ
  4. Fernauslöser (alternativ Selbstauslöser)

Dazu sollten immer mit im Gepäck dabei sein:

  • Taschenlampe für den dunklen Weg,
  • Rotlicht-Taschen- oder Stirnlampe für die Kamerabedienung damit die Augen nicht geblendet werden
  • warme Kleidung und Getränke, vielleicht sogar ein Zelt

Denn es ist nachts logischerweise immer ziemlich dunkel  :-), es sei denn es ist Vollmond und natürlich auch kühler, häufig sogar ziemlich windig.

Damit die korrekte Belichtung erreicht wird …

Belichtungsdreieck für die Astrofotografie – kurz erläutert

  1. Blende soweit wie möglich öffnen
  2. Belichtungszeit so lang wie möglich (unter Beachtung der 500/600Regelung bzw. Zerstreuungsregelung)
  3. ISO-Wert so niedrig wie möglich

Kamera-Einstellungen – Vorbereitungen im Menü

  1. Format: RAW  (wichtig für die digitale Nachbearbeitung)
  2. ISO-Automatik: AUS
  3. Auslöse-Modus: Einzelaufnahme
  4. Weißabgleich: 3900K (Richtwert für authentische Nachthimmelfarben, aber kein Muss)
  5. Bildschirmhelligkeit: +/- 0 (max. +1 – sonst gibt es verfälschte Belichtungswerte bei der Betrachtung)
  6. Okular  bei der Spiegelreflex (DSLR) abdecken
  7. Spiegelvorauslösung: bei Langzeit nicht wirklich notwendig (weil LiveView-Modus! genutzt wird)
  8. Selbstauslöser (wenn kein Fernauslöser angeschlossen wird, was aber ratsam wäre)
  9. Rauschreduzierung: je nach Gusto und Situation
    • AN – entfernt Bildstörungen direkt in der Kamera (Nachteil: Belichtungszeit dauert doppelt so lang)
    • AUS  – keine nervige Pausen zwischen den Aufnahmen (Nachteil: Rauschverhalten muss in der digitalen Nachbearbeitung korrigiert werden)
    • AUS – bei Serienaufnahmen bzw. Zeitraffern nicht empfehlenswert (sonst sind die Pausen zu groß)

Kamera-Einstellungen – Direkt bei der Aufnahme

  1. M-Modus (manuell)
  2. Blende
    1. größtmögliche Blendenöffnung – auf f/2.8 oder weniger stellen
    2. bei sehr lichtstarken Objektiven (f/1.4) auf Bildschärfe achten – Testaufnahmen vorher sinnvoll
  3. ISO-Wert
    1. ist abhängig von den Startrails-Effekten (Sternenstriche) zwischen 1600-3200 bis max. 6400
    2. möglichst gering halten – Rauschverhalten der Kamera kennen und beachten
  4. Live-View-Modus verwenden (Okular abdecken)
  5. Belichtungszeit einstellen (Berechnung – nächsten Beitrag)
    1. unter 30 Sekunden an der Kamera möglich, ansonsten
    2. Bulb-Modus wenn die Belichtungszeiten über 30 Sekunden sind (Fernauslöser notwendig!)
  6. Histogramm  zur Belichtungsauswertung nach der Aufnahme: der dunkle Bergbereich sollte möglichst bis zur Mitte reichen (siehe Belichtungszeit im nächsten Beitrag)

Objektiv-Einstellung

  1. Bildstabilisator unbedingt ausstellen!!!!  (da ein Stativ notwendig ist)
  2. ggf. manuellen Schärfe-Fokus voreinstellen und fixieren (ansonsten ist im nächsten Beitrag die Durchführung der manuelle Fokussierung beschrieben)

Was nun noch fehlt…

Sind korrekte Belichtungszeit und manuelle Fokussierung. Diese zwei Themen findest du zusammen im Beitrag: Foto-Wissen Astrofotografie – Belichtungszeit & Fokussieren erklärt, damit der Sternenhimmel scharf abgelichtet und die korrekte Belichtungszeit ermittelt werden können.

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