Spontane Tagestour auf die Hochsee-Insel Helgoland

Von Cuxhaven ging es mit der Fähre nach Helgoland. Es war eine spontane Tagestour. Das Wetter war sehr wechselhaft und verdammt windig. Eine ziemlich zugezogene Wolkendecke verdeckte die Sonne, zum Glück regnete es nicht auch noch. Die Aussichten auf schöne Sicht waren in Frage gestellt und das im Hochsommermonat August.

Möwe am Lummenfelsen (f/4, 1/3200 Sek., ISO 500, 120mm)
Möwe am Lummenfelsen (f/4, 1/3200 Sek., ISO 500, 120mm) – Kamera: NIKON D750, Objektiv: AF-S NIKKOR 24-120mm 1:4G ED VR

Trotz alledem – ich war total gespannt, auf die Basstölpel, den Lummenfelsen und die Lange Anna. Schon lange wollte ich mal auf die Hochsee-Insel Helgoland. Die Fähre legte an und alles strömten Richtung Lange Anna. Den Massen vorauslaufend ging es zu den Lummenfelsen – ich war trotzdem nicht die Erste 😉 . Schon die roten Sandsteinfelsen sind  grandios anzusehen.

Lummenfelsen – das kleinste Natur- und Vogelschutzgebiet in Deutschland.

Lummenfelsen – Helgoland (f/7.1, 1/6000 Sek., ISO 640 24mm) – Kamera: NIKON D750, Objektiv: AF-S NIKKOR 24-120mm 1:4G ED VR

Als wir an dann völlig durchgepustet am Lummenfelsen ankamen, zog die Wolkendecke über uns kurz auf.  Die Sonne zeigte sich nur für diesen Moment – es war ein Geschenk des Himmels. PERFEKT.

Damit kam das gewünschte Licht – das Wichtigste beim Fotografieren. Rote Sandstein-Felsen im platten Norden von Deutschland – traumhafte Natur!

Die Basstölpel Brutzeit

Basstölpel-Helgoland-Paar (f/4.5, 1/6000 Sek., ISO 400, 120mm) - Kamera: NIKON D750, Objektiv: AF-S NIKKOR 24-120mm 1:4G ED VR
Basstölpel-Helgoland-Paar (f/4.5, 1/6000 Sek., ISO 400, 120mm) – Kamera: NIKON D750, Objektiv: AF-S NIKKOR 24-120mm 1:4G ED VR

Als wir dann bei den Brutstätten der Basstölpel angekommen waren, blieb mir der Atem weg.

Zum Einem vor Gestank und zum Anderem vor Faszination. Meine Begeisterung für die Basstölpel war so groß, dass ich den Gestank völlig ignorierte. Sie haben eine Länge von 85-97 cm und eine Flugspannweite von bis zu 2 Metern.

Basstölpel-Helgoland-Paarpflege (f/4.5, 1/6000 Sek., ISO 400, 120mm)
Basstölpel-Helgoland-Paarpflege (f/4.5, 1/6000 Sek., ISO 400, 120mm) – Kamera: NIKON D750, Objektiv: AF-S NIKKOR 24-120mm 1:4G ED VR

Sie waren am Turteln – pure Sympathie und Zuneigung.

Basstölpel-Helgoland-Nestbau (f/5, 1/6000 Sek., ISO 400, 120mm) - Kamera: NIKON D750, Objektiv: AF-S NIKKOR 24-120mm 1:4G ED VR
Basstölpel-Helgoland-Nestbau (f/5, 1/6000 Sek., ISO 400, 120mm) – Kamera: NIKON D750, Objektiv: AF-S NIKKOR 24-120mm 1:4G ED VR

…oder auf Materialsuche. Für den Nestbau wurde alles genommen was da war. Egal ob Seetang, Gras, Erde und jegliche Art von Treibgut (wie Resten von Fischernetzen, Kunststoffreste, Plastikschnüre). Sie bevorzugen für ihre Nester steile Felsen, die vor einer Küste liegen.

Damit ist die Lange Anna ein perfekter Ort für die Brutkolonie.

Basstölpel-Helgoland-Flugposition (f/6.3, 1/6000 Sek., ISO 400, 120mm)
Basstölpel-Helgoland-Flugposition (f/6.3, 1/6000 Sek., ISO 400, 120mm) – Kamera: NIKON D750, Objektiv: AF-S NIKKOR 24-120mm 1:4G ED VR

Basstölpel sind Sturztaucher

und können aus 45 Meter Höhe ihre Beute anvisieren. Im schnellen Sturzflug  von bis zu 30m/s – mit zurückgefalteten Flügeln – können sie ins Meer eintauchen um Fische zu jagen. Sie bevorzugen fetthaltige Fische, wie Heringe und Makrelen und nutzen so eine Nahrungsnische.

Basstölpel-Helgoland-Kolonie (f/8, 1/6000 Sek., ISO 400, 120mm)
Basstölpel-Helgoland-Kolonie (f/8, 1/6000 Sek., ISO 400, 120mm)

Der Basstölpel ist der größte Seevogel des Nordatlantiks

Mehrere tausend Brutpaare sind jährlich auf den Lummenfelsen, gibt Helgoland.de bekannt. Ich hätte die Basstölpel stundenlang beobachten und ablichten können. Es sind wunderschön aussehende, gänsegroße Meeresvögel.

Basstölpel-Helgoland-Landeposition (f/7.1, 1/6000 Sek., ISO 400, 120mm) - Kamera: NIKON D750, Objektiv: AF-S NIKKOR 24-120mm 1:4G ED VR
Basstölpel-Helgoland-Landeposition (f/7.1, 1/6000 Sek., ISO 400, 120mm) – Kamera: NIKON D750, Objektiv: AF-S NIKKOR 24-120mm 1:4G ED VR

Faszinierend waren ihre Flugpositionen. Am meisten hat mich beeindruckt, wie die Basstölpel trotz der starken Windböen fliegen und sich in der Luft positionieren können. Gezielte, aber – durch ihre Körpergröße – eher tölpelhafte Landungen am Felsen waren amüsant anzusehen. Sowohl die Schwanz- und Flügelpositionen, als auch die Füße (als Steuerruder) in so vielen verschiedenen Positionen beobachten zu können, war ein echtes Schauspiel.

2 Basstölpel-Helgoland-Landeposition (f/8, 1/6000 Sek., ISO 400, 120mm) - Kamera: NIKON D750, Objektiv: AF-S NIKKOR 24-120mm 1:4G ED VR
2 Basstölpel-Helgoland-Landeposition (f/8, 1/6000 Sek., ISO 400, 120mm) – Kamera: NIKON D750, Objektiv: AF-S NIKKOR 24-120mm 1:4G ED VR

Erst auf den Fotos hatte ich die Zeit, die unterschiedlichsten Positionen von Flügel, Schwanzfedern und den „Füssen“,  auch Ruder genannt, zu sehen.

Wie gesagt, es war sehr windig. Ich hatte schon echte Schwierigkeiten, die Kamera still halten zu können – ich wehte selbst fast weg. Der ständige Lichtwechsel durch die Wolken war ebenfalls eine fiese Herausforderung.

So entschied ich mich die Belichtungszeit super kurz zu halten, um Verwackler durch den starken Wind und teils heftigste Windböen zu vermeiden. Ich wollte auch nicht lange ausprobieren, ob längere Belichtungszeiten auch gereicht hätten, da die Zeit sehr knapp war.

Fazit des Tages:

Es ist ein absolut lohnender Natur-Ausflug auf die Hochseeinsel Helgoland.

Allerdings würde ich das nächste Mal dort dann auch übernachten, um die Basstölpel und andere Zugvögel in den Morgen- und Abendstunden in Ruhe fotografieren zu können. Fern vom ganzen Tagestouri-Getümmel und klar, allein auch schon wegen des Sonnenstandes.

 

 

 

 

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